Selbständige und Insolvenz – Abzuführendes Einkommen

Die meisten Selbständigen glauben, dass sie bei einem Insolvenzverfahren von ihrem Gewinn aus der selbständigen Tätigkeit viel abgeben müssen.

Berechnungsgrundlage für die Zahlung an den Insolvenzverwalter ist aber nicht der tatsächliche Gewinn aus der selbständigen Tätigkeit, sondern die pfändbaren Beträge werden nach einem fiktiv, dem Schuldner „unterstellten“ Einkommen berechnet, wie wenn er Angestellter wäre.

Geregelt ist dies im § 295 Absatz 2 InsO.

Eine Festlegung der Höhe des abzuführenden Betrages findet weder durch das Gericht noch durch den Insolvenzverwalter statt.

Als Selbständiger können Sie Ihren monatlich abzuführenden Betrag also wie Angestellte auch einfach aus der Pfändungstabelle (siehe Formulare) ablesen bzw. errechnen.

Ein Beispiel:

Ein Malermeister, verheiratet, 2 Kinder, muss ca. € 100,– monatlich an den Insolvenzverwalter abführen. Sein Reingewinn nach Steuern in Höhe von € 8.000,– im Monat spielt keine Rolle. Er darf seinen Gewinn abzüglich der € 100,– voll behalten.

Hinweis: Nach Freigabe des Gewerbebetriebs durch den Insolvenzverwalter ist das Finanzamt berechtigt, vorinsolvenzliche Steuerrückstände mit (Vor-)Steuervergütungsansprüchen zu verrechnen.

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